Tantra - ernsthaft jetzt?!?



Lass uns die Dinge beim Namen nennen. Ich praktiziere und unterrichte Tantra, tantrischen Yoga, tantrischen Hatha-Yoga. Seit kurzem hat Beyond Tantra auch in seinem Namen: BEYOND Ayurveda, Yoga und Tantra

Ich hatte ja schon ein paar Mal Anlauf genommen, aber nun ist die Zeit gekommen.

Nicht dass es mir schwerfallen würde zu diesen wunderbaren alten Schriften, Traditionen und der spirituellen Praxis zu stehen, ganz und gar nicht. Der Haken liegt hier woanders; jedes Mal wenn ich mich hinreißen ließ öffentlich auf meiner Website oder in den sozialen Medien das Wort Tantra zu erwähnen, folgten eine Reihe von Anrufen und Emails, die - wie soll ich sagen - meine „Dienste“ buchen wollten, z.B. Emails wie „Macht´s ihr auch Lingam Massagen? Meine Devi ist gerade in Karenz und ich such eine neue Masseurin.“ Hä? Wie bitte?!? Ist andererseits natürlich auch nicht wirklich verwunderlich. Man braucht Tantra nur googeln um zu sehen, was in den Köpfen damit verbunden ist.

Ich stelle hier nun ein für alle Mal klar:

NEIN, Beyond hat keine nackigen Kuschelkurse im Programm!

NEIN, hier wird nicht massiert, berührt und es werden auch keine "happy endings" oder irgendetwas sonst in dieser Richtung angeboten!

Ich hoffe, ich meine NEINS dahingehend waren nun klar und deutlich war und ich darf mich nun den JAAAAs widmen… ;-)

JA, ich praktiziere tantrischen Hatha-Yoga und bin seit vielen Jahren verliebt in die alten Lehren des kaschmirischen Shaivaismus, meditiere nach dem Vijnana Bhairava Tantra und mein Zugang zu Asanas, Pranayama etc. ist vom tantrischen Hatha-Yoga geprägt. Die Schriften dieser Traditionen sind mir so nah wie kein anderer philosophischer oder spiritueller Ansatz, sie berühren nicht nur meinen Verstand, sondern zutiefst mein Herz.

JA, ich wünsche mir, dass das Wort Tantra im europäischen Raum endlich wieder in seiner wahren Bedeutung gesehen und erkannt wird. Wenn ich mich aus reiner Bequemlichkeit um eindeutige Kontaktaufnahmen zu vermeiden weiterhin scheue dem Kind seinen Namen seinen richtigen Namen zu geben, tu ich der Sache wohl auch keinen guten Dienst.

Wie jetzt? Tantra hat gar nix mit Sex zu tun?

Doch, hat es. Genauso wie es mit der Art und Weise zu tun hat wie der du isst, wie du schläfst, wie du deinen Kindern etwas erklärst, deinem Partner von deinem Tag erzählst, deine Freundin tröstest, weil sie Liebeskummer hat, … Es geht darum wie du DA bist, deine Präsenz, wovon du deine Entscheidungen leiten lässt, was deine Worte widerspiegeln und wie bewusst du dir all dieser Handlungen bist, wie du dein Leben lebst.

Tantra arbeitet mit deinem energetischen System und die Sexualität ist naturgegeben auch Teil davon. Irgendwann im letzten Jahrhundert ist der Westen falsch abgebogen und hat Tantra mit sexuellen Praktiken verwechselt. Die Erwähnung dieser in alten Schriften liegt im Promille-Bereich; sie werden erwähnt, zusammen mit hundert anderen Dingen des Alltags. Etwas so großes, weises und kraftvolles auf diese Weise zu reduzieren, wäre ähnlich wie zu behaupten in Bibel ginge es nur um Saufgelage, weil Jesus doch da die Sache mit Wasser zu Wein… gut zugegeben, der Vergleich hinkt vielleicht, aber du verstehst was ich meine.

Was ist aber nun der geheimnisumwobene Tantra, von dem hier die Rede ist?

Um Tantra etwas besser verstehen zu können, betrachten wir die Wort-Wurzel: "tan" bedeutet soviel wie Ausdehnung, Expansion und unter "tra" versteht man auf Sanskrit eine Methode, ein Werkzeug, es bedeutet auch Schutz. Also eine Methode sich sicher und geschützt auszudehnen. Etwas, das dir ermöglicht eine größere Version deines Selbst zu werden.

Was also dehnt sich da? Das Verständnis darüber wer du wirklich bist und die Einsicht darüber, was dir Schmerz und Leid bereitet, das Verständnis darüber, wo du Grenzen und Limitationen hast und wie du all diese Stück für Stück überwinden kannst. Die Klarheit über deinen dir bestimmten Weg. Tantra bedeutet auch Beschleunigung; es lässt dich schneller und schneller Prozesse durchlaufen, die dich deinem Selbst näher bringen.

​Im tantrischen Hatha-Yoga oder Tantra-Yoga arbeiten wir vor allem mit unserem Energiesystem. Wir bauen Energie auf, halten sie, lenken sie. Wir arbeiten mit Meditation, Asana, Pranayama, Bandha, Mantra und Mudra. Tantra bietet Techniken, die dir helfen die Verbindung zu dem Teil in dir, der ganz ist, unveränderlich und perfekt, zu halten. Ihn nicht immer wieder zu verlieren, sobald du die Yogamatte, das Meditationskissen, den Berggipfel, den Blick zum Sternenhimmel,..., verlässt.

Dies erklärt auch eine weitere Bedeutung des Wortes; weben, ineinander flechten. Alles was du in deiner Meditation erkannt hast, alle Techniken des Yoga und Ayurveda, all das ist Vorbereitung aufs Leben außerhalb, dein Leben mit deinem/r Partner/in, deinen Kindern, deinen Nicht-Yogafreunden/innen, deinen Arbeitskollegen/innen, im Straßenverkehr, mit dir selbst - im Alltag. Einzig und alleine dort kannst du die Wirkung deiner Praxis validieren.

Tantra trennt nicht zwischen dem Spirituellen und dem Weltlichen. Du praktizierst es mitten im Leben stehend, mit jeder Erfahrung und jeder Herausforderung. Sie sind der Wind unter unseren spirituellen Flügeln.

Tantra bereitet dich auf ein Leben vor, in dem du liebevoll mit dir selbst und mit anderen umgehst, und du so diesen Erdball zu einem besseren Platz werden lässt. Wie gesagt, ich bin verliebt…

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